Tempoverstöße – was sollte ich wissen

Tempoverstöße Anwalt Verkehrsrecht Berlin

22 Jun Tempoverstöße – was sollte ich wissen

Tempoverstöße- das sollten Sie wissen und beachten

Von Schneckentempo bis Raserei: Was ist eine Richtgeschwindigkeit und können Autofahrer tatsächlich auch zu langsam fahren?

Tempo 50 innerhalb geschlossener Ortschaften, 100 km/h außerorts, und auf vielen Autobahnen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h:
Es gibt ganz klare Regeln, was die erlaubte Geschwindigkeit betrifft.  Durch stationäre Blitzer und mobile Messungen werden diese überprüft. Aber gibt es eigentlich eine Mindestgeschwindigkeit? Die Antwort lautet: nein, aber wer zu langsam fährt, der kann ein Bußgeld riskieren.

Ohne einen triftigen Grund dürfen Fahrzeuge nicht so langsam fahren, dass der Verkehrsfluss behindert wird.

Gründe können zum Beispiel mangelnde Motorleistung oder auch extreme Wetterbedingungen sein. Strafbar macht man sich, wenn man bewusst langsam fährt, um beispielsweise einen anderen Autofahrer zu „belehren“. Solche erzieherischen Maßnahmen gelten nicht als triftiger Grund. Im Gegenteil: Wer so handelt, kommt in den Bereich der Nötigung.

Merke! Auch der Überholvorgang ist nur innerhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vorzunehmen.

Gleiches gilt auch für Autofahrer, die ein vorausfahrendes Fahrzeug durch zu dichtes Auffahren zum Schnellerfahren bewegen wollen.

Autofahrer sollten aber zügig auf die Autobahn auffahren. Der Beschleunigungsstreifen ist eine selbstständige Fahrbahn, daher darf man hier auch gegebenenfalls schneller als auf der Autobahn fahren und rechts überholen, um sich am Ende einzufädeln. Ebenfalls ein Überholvorgang sollte zügig ablaufen, eine Dauer von 45 sec und eine Geschwindigkeitsdifferenz zu dem Überholdenden 10 km/h nicht überschreiten. Merke! Auch der Überholvorgang ist nur innerhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vorzunehmen.

Damit der nachfolgende Verkehr behindert und gefährdet wird, gilt ansonsten das Rechtsfahrgebot.

Falsch ist, dass auf Autobahnen generell eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h gilt. Die StVO schreibt lediglich vor, dass sie nur Fahrzeuge nutzen dürfen, die baulich in der Lage sind, schneller als 60 km/h zu fahren. Empfohlen wird für die Autobahn 130 km/h als Richtgeschwindigkeit beziehungsweise ein Tempo, das sich dem Verkehrsfluss anpasst.

Die Richtgeschwindigkeit ist zwar nur eine Empfehlung, aber es ist durchaus ratsam, sich daran zu halten. Unter Umständen kann ein Autofahrer im Falles eines Unfalls mit haftbar gemacht werden,  wenn er diese erheblich überschritten hat. Die Rechtsprechung spricht in solchen Fällen von einer „erhöhten Betriebsgefahr“.  Hätte der Unfall bei Einhaltung der Richtgeschwindigkeit vermieden werden können, kann dies für den Raser eine Mithaftung von 25 Prozent oder mehr zur Folge haben,  auch wenn ihn ansonsten keine Schuld an dem Unfall trifft.

Ebenfalls die Witterung sorgt für eindeutige Vorgaben. Die Sicht wird durch Nebel unter Umständen stark beeinflusst, liegt sie unter 50 Meter, muss die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden. Dann gilt ein Tempolimit von 50 km/h, so der ADAC. Als Orientierung können Sie in diesem Fall die Leitpfosten am Straßenrand nutzen. Diese liegen etwas 50 Meter auseinander.
Die Obergrenze von 50 km/h gilt ebenfalls beim Abschleppen – auch auf der Autobahn – verbunden mit dem eingeschalteten Warnblinker beim hinteren Fahrzeug.

Das Tempolimit bei Anhängerfahrten beträgt außerorts 80 km/h oder 100 km/h, wenn der Anhänger hierfür eine Genehmigung hat.
Ebenfalls die Reifen geben Tempolimits vor. Der Geschwindigkeitsindex gibt mit einem Buchstaben an, bis zu welcher Maximalgeschwindigkeit ein Reifen ausgelegt ist.  Ein „F“ steht für die niedrigste Klasse bis 80 km/h, das „Y“ für die höchste bis 300 km/h.
Wichtig und maßgeblich ist die Angabe im Fahrzeugschein. Eine Ausnahme gibt es bei M+S Reifen, hier darf auch ein niedriger Geschwindigkeitsindex gewählt werden.

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Bildquelle: Pixabay / RettungsgasseJETZTde