Irrungen und Wirrungen im Straßenverkehr

Unwissen Strassenverkehr Regeln

08 Okt Irrungen und Wirrungen im Straßenverkehr

Richtig oder Falsch? Gewusst oder nicht gewusst? Was darf man und was nicht?

1. Reißverschlussverfahren

„Sobald ich das Hindernis sehe, muss ich mich in die dann noch freie Spur einordnen.“

NEIN!
An das Hindernis ist heranzufahren und sich erst dann in die freie Spur einzuordnen. Dort muss den Einfädlern der Spurwechsel auch ermöglicht werden. Denn, Autofahrer sollen ihre Spur so lange wie möglich benutzen. Diese Fahrweise verhindert die Bildung unnötiger Staus.

 2. Rechts zu überholen ist immer verboten

„Fahrzeuge dürfen nur links überholt werden.“

NEIN!
Ausnahmen bestätigen die Regel. So sind Linksabbieger ausdrücklich rechts zu überholen. Auch auf Autobahnen darf bei stockendem Verkehr rechts schneller gefahren werden als links.

3. Grünpfeil

„Hat die Ampel einen grünen Abbiegepfeil, darf ich immer sofort ohne anzuhalten abbiegen.“

NEIN!
Der auf einem Blechschild angebrachte grüne Pfeil gewährt dem Abbiegenden weder ein Vorfahrtsrecht noch darf ohne Anzuhalten abgebogen werden. Vielmehr muss das Auto bis zum Stillstand abgebremst werden, bevor die Haltlinie überfahren wird. Andernfalls wurde das Rotlicht missachtet, was zu erheblichen Konsequenzen führen kann.

4. Parkverbot

„werktags = Montag bis Freitag“

NEIN!
Zu den Werktagen gehören in Deutschland auch Samstage. Lediglich Sonn- und Feiertage sind von dem Verbot ausgenommen.

5. Fußgänger dürfen eine Parklücke freihalten

NEIN!
Hier gilt ausdrücklich das Konkurrenzprinzip. Wer zuerst an der Parklücke ist, darf einparken. Autofahrer dürfen Fußgänger, die eine Parklücke freihalten wollen durch langsames und vorsichtiges Einfahren zurückdrängen, denn das Verhalten der Fußgänger ist rechtswidrig. Verlässt der Fußgänger die Parklücke nicht, erfüllt er und nicht der Autofahrer den Straftatbestand der Nötigung.

6. Parkverbotsschilder

„Steht ein Parkverbotsschild umgedreht oder gar an der Hauswand, gilt es nicht.“

NEIN!

Parkverbotsschilder entfalten auch dann Wirkung, wenn sie umgedreht oder noch dazu an Hauswänden stehen. Jeder Autofahrer ist daher verpflichtet, sich die Schilder genau anzusehen, bevor er sein Fahrzeug dort abstellt.

7. Zettel mit Daten nach Unfall

„Ich habe keine Unfallflucht begangen, ich habe doch einen Zettel mit meinen Daten hinterlassen.“

Falsch!

Als Unfallverursacher ist man verpflichtet nach einem Unfall so lange vor Ort zu bleiben, bis der Geschädigte zu seinem Fahrzeug zurückkommt oder andere Personen am Unfallort erscheinen, die Feststellungen zu der Person des Schädigers treffen. Andernfalls ist man verpflichtet die Polizei zu rufen. Hinterlässt man nur einen Zettel mit seinen Daten, erfüllt man Dennoch den Straftatbestand des unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Daher ruft man am besten gleich die Polizei und zeigt den Unfall an.

8. Wer auffährt hat immer Schuld

NEIN!
Auch bestätigen Ausnahmen die Regel. Denn geht dem Auffahrunfall zum Beispiel örtlich und zeitlich ein Spurwechsel des Vordermannes voraus, haftet derjenige, der die Fahrspur gewechselt hat für den Unfall. Auch wenn der Vordermann plötzlich und ohne zwingenden Grund stark abbremst (z.B. wegen Kleintieren auf der Fahrbahn), ist er für den Unfall verantwortlich und trägt die Schuld.

9. Fahrradfahrer ohne Helm

„Radfahrer, die ohne Helm fahren, in einen Unfall verwickelt werden und zu Schaden kommen, tragen eine Mitschuld.“

NEIN!

Eine Helmpflicht für Radfahrer gibt es in Deutschland nicht. Die Einführung derselben wird vor allem nach schweren Unfällen mit Fahrradfahrern zwar immer wieder diskutiert, bis heute aber nicht beschlossen. Daher tragen Radfahrer, die ohne Helm fahren allein deswegen keine Mitschuld an erlittenen Kopfverletzungen.

10. Radfahrer dürfen nicht auf der Straße fahren

NEIN!

Straßen dürfen von Radfahrern auch dann benutzt werden, wenn es Radwege gibt, es sei denn die Benutzung des Radweges ist durch die entsprechenden Verkehrsschilder als Pflichtweg gekennzeichnet. Nur wenn runde blaue Schilder (Zeichen 237, 240 oder 241) vorhanden sind, wird der Radweg zum Pflichtweg, weil die Benutzung der Straße mit erheblichen Gefahren verbunden ist

 11. Beschleunigungsstreifen

„Wenn ich auf die Autobahn auffahren will, müssen mich die Fahrzeuge in der rechten Spur rein lassen.“

NEIN!

Der Beschleunigungsstreifen dient dazu, mit seinem eigenen Fahrzeug auf die vorgesehene Geschwindigkeit zu beschleunigen und sich mit dieser dann in den fließenden Verkehr einzuordnen. Ist die Einordnung wegen zu hohen Verkehrsaufkommens nicht möglich, muss notfalls abgebremst oder sogar angehalten werden. Die auf der rechten Fahrspur fahrenden Fahrzeuge müssen weder abbremsen noch die Spur wechseln, damit der Auffahrende in die rechte Fahrspur wechseln kann.

 12. Auf Parkplätzen gilt auch rechts vor links

NEIN!

Grundsätzlich nicht, es sei denn der Parkplatzgestaltung kommt ausdrücklich Straßencharakter zu und/oder die Geltung der StVO ist vorgeschrieben. Ansonsten gilt auf Parkplätzen gerade nicht die StVO, sondern nur das gegenseitige Rücksichtnahmegebot

Bildquelle: weareaway / Pixabay